Lehrberuf des Monats Oktober 2026: Labortechnik
Labortechnik ist die passende Lehre für dich, wenn du gerne genau arbeitest, naturwissenschaftliche Fragen spannend findest und verstehen möchtest, woraus Produkte bestehen oder wie sie sicherer, wirksamer und nachhaltiger werden. Labortechniker:innen untersuchen, entwickeln und dokumentieren Stoffe, Materialien und biologische Proben – etwa für Kunststoffe, Farben oder Umweltanalysen.
Was steckt hinter dem Lehrberuf Labortechnik?
Labortechnik ist ein naturwissenschaftlich-technischer Lehrberuf. Du analysierst Proben, führst Versuche nach klaren Vorgaben durch, bedienst Laborgeräte und hältst Ergebnisse nachvollziehbar fest.
In der Labortechnik geht es darum, Stoffe und Materialien genau zu untersuchen. Dabei kann es zum Beispiel um die Frage gehen, ob ein Kunststoff stabil genug ist, ob eine Probe frei von unerwünschten Keimen ist oder ob ein Lack den richtigen Farbton und die richtige Haltbarkeit besitzt.
Labortechniker:innen führen chemische, physikalisch-chemische, biochemische oder biotechnologische Untersuchungen durch. Sie arbeiten mit Laborapparaturen, Mikroskopen und teilweise computergesteuerten Analysegeräten. Je nach Betrieb und Schwerpunkt untersuchen sie etwa Säuren, Metalle, Kunststoffe, Zellen, Proteine, Farben oder Lacke.
Warum Labortechnik für Unternehmen und Gesellschaft wichtig ist
Labortechnik hilft dabei, Qualität, Sicherheit und Verlässlichkeit messbar zu machen. Ohne genaue Analysen könnten viele Produkte nicht kontrolliert hergestellt oder weiterentwickelt werden.
Viele Produkte des Alltags müssen bestimmte Anforderungen erfüllen. Farben und Lacke sollen haften, trocknen und die gewünschte Farbe behalten. Kunststoffteile sollen belastbar sein. In vielen Branchen prüfen Labortechniker:innen, ob Materialien, Rohstoffe und fertige Produkte diese Anforderungen erfüllen.
Das bedeutet: Labortechnik schafft Fakten, auf die andere Entscheidungen aufbauen. Die Ergebnisse aus dem Labor können zum Beispiel darüber entscheiden, ob eine Produktionscharge freigegeben wird, ob ein Rohstoff verwendet werden darf oder ob ein Produkt weiterentwickelt werden muss.
Reinhard Pasterk, Vorsitzender des Arbeitskreises Lehrlingsausbildung der Industriellenvereinigung Kärnten über die große Bedeutung des Lehrberufs: „Wer in der Labortechnik arbeitet, liefert keine Vermutungen, sondern nachvollziehbare Daten – und genau diese Daten sind die Grundlage für Qualität und Fortschritt.“
Fragen, die im Labor beantwortet werden
- Welche Bestandteile enthält eine Probe?
- Ist ein Stoff rein genug oder enthält er unerwünschte Verunreinigungen?
- Hat ein Material die geforderte Dichte, Härte, Farbe oder Viskosität?
- Wie viele Keime befinden sich in einer Probe?
- Ist ein Produkt stabil, haltbar und sicher?
- Funktioniert ein neues Herstellungsverfahren wie geplant?
- Entsprechen Rohstoffe, Zwischenprodukte und Endprodukte den festgelegten Standards?
Das solltest du beachten: Wenn du bei Naturwissenschaften nicht sofort an Formeln denkst, sondern an die Frage „Wie finde ich das zuverlässig heraus?“, kann Labortechnik sehr gut zu dir passen.
Welche Fehler passieren im Labor – und wie vermeidest du sie?
Fehler können in der Labortechnik passieren. Professionell ist, sie durch saubere Vorbereitung zu vermeiden, Abweichungen ehrlich zu erkennen und korrekt zu dokumentieren.
In einem Labor kann schon eine kleine Unachtsamkeit die Aussagekraft eines Ergebnisses beeinträchtigen. Das bedeutet nicht, dass du nie Fehler machen darfst. Entscheidend ist, dass du sorgfältig arbeitest, dich an Vorgaben hältst und bei Unsicherheiten rechtzeitig nachfragst.
| Typischer Fehler | Warum der Feler problematisch ist | So vermeidest du den Fehler | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Probe falsch oder unvollständig beschriften | Ergebnisse können nicht eindeutig zugeordnet werden. | Beschriftung sofort nach der Probenübernahme prüfen und nach festem System arbeiten. | ||||||
| Arbeitsvorschrift nur überfliegen | Ein wichtiger Schritt, eine Menge oder eine Sicherheitsregel wird übersehen. | Vorschrift vor Beginn vollständig lesen und Unklarheiten klären. | ||||||
| Messgeräte nicht richtig vorbereiten | Messwerte können ungenau oder nicht vergleichbar sein. | Geräteprüfung, Kalibrierung und betriebliche Vorgaben beachten. | ||||||
| Unsauberer Arbeitsplatz | Proben können verunreinigt werden; Sicherheitsrisiken steigen. | Arbeitsplatz strukturiert halten und Reinigungsschritte konsequent durchführen. | ||||||
| Ergebnisse zu spät dokumentieren | Beobachtungen gehen verloren oder werden ungenau. | Werte, Zeiten und Auffälligkeiten direkt während der Arbeit festhalten. | ||||||
| Abweichungen verschweigen | Fehler werden nicht erkannt und können sich auf weitere Arbeitsschritte auswirken. | Abweichungen sofort nach betrieblichem Prozess melden und dokumentieren. |
Reinhard Pasterk, Vorsitzender des Arbeitskreises Lehrlingsausbildung der Industriellenvereinigung Kärnten über die Anforderungen in der Labortechnnik: „Sorgfalt bedeutet in der Labortechnik nicht Langsamkeit, sondern verlässliches Arbeiten: richtig vorbereiten, genau beobachten und Ergebnisse transparent dokumentieren.“
Welche Schwerpunkte gibt es in der Lehre Labortechnik?
Labortechnik ist ein Modullehrberuf. Du lernst zuerst die gemeinsamen Grundlagen und vertiefst dich danach je nach Betrieb in Chemie, Biochemie und Biotechnologie oder Farben und Lacke.
Der Lehrberuf Labortechnik ist modular aufgebaut. Das heißt: Alle Lehrlinge starten mit einem gemeinsamen Grundmodul. Danach wählst du – abhängig vom Lehrbetrieb und Ausbildungsplatz – ein Hauptmodul. Unter bestimmten Voraussetzungen kann die Ausbildung durch ein weiteres Hauptmodul oder ein Spezialmodul erweitert werden.
| Ausbildungsbaustein | Inhalt | Dauer | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Grundmodul Labortechnik | Grundlagen des sicheren, qualitätsorientierten und methodischen Arbeitens im Labor. | 2 Jahre | ||||||
| Hauptmodul Chemie | Untersuchung und Analyse chemischer Stoffe, Materialien und Produkte. | 1,5 Jahre | ||||||
| Hauptmodul Biochemie und Biotechnologie | Arbeiten mit biologischem Material, Zellen, Proteinen, Mikroorganismen und biotechnologischen Methoden. | 1,5 Jahre | ||||||
| Spezialmodul Farben und Lacke | Prüfung, Entwicklung und Qualitätskontrolle von Farben, Lacken und Beschichtungen. | zusätzlich möglich |
Die reguläre Lehrzeit beträgt 3,5 Jahre: zwei Jahre Grundmodul plus 1,5 Jahre in einem Hauptmodul. Mit einem weiteren Hauptmodul oder einem zusätzlichen Spezialmodul verlängert sich die Lehrzeit auf vier Jahre. Die Kombination von Biochemie und Biotechnologie mit dem Spezialmodul Farben und Lacke ist nicht möglich.
Was du im Hauptmodul Chemie lernst
Im Hauptmodul Chemie untersuchst du Stoffe wie Metalle, Kunststoffe, Säuren, Basen oder andere organische und anorganische Materialien. Du lernst, Proben zu gewinnen, aufzubereiten und mit unterschiedlichen Verfahren zu analysieren.
Du beschäftigst dich mit Eigenschaften wie pH-Wert, Dichte oder Zusammensetzung. Außerdem lernst du, Stoffe zum Beispiel durch Destillation, Extraktion oder Verdampfung zu trennen und für die Analyse vorzubereiten.
Denk daran: Chemie in der Labortechnik bedeutet nicht, Formeln auswendig aufzusagen – sondern Stoffe mit klaren Methoden zu untersuchen, zu vergleichen und zu bewerten.
Was die Schwerpunkte im Hauptmodul Biochemie und Biotechnologie sind
Im Hauptmodul Biochemie und Biotechnologie arbeitest du mit biologischen Materialien. Das können zum Beispiel Bakterien, Zellen, Zellkulturen, Enzyme, Proteine oder Nukleinsäuren sein. Du lernst, Proben zu untersuchen, Keimzahlen zu bestimmen, Zellwachstum zu beobachten oder bestimmte biologische Bestandteile nachzuweisen.
Typische Arbeitsmethoden stammen aus der Mikrobiologie, Zellkulturtechnik, Molekularbiologie, Biochemie, Immunologie und Biotechnologie. Das Einsatzfeld reicht etwa von der pharmazeutischen Industrie bis zur Analyse und Entwicklung biologischer Produkte.
Welche Einblicke du im Spezialmodul Farben und Lacke bekommst
Im Spezialmodul Farben und Lacke dreht sich alles um Beschichtungen. Du prüfst beispielsweise Farbton, Farbintensität, Kornfeinheit, Trocknung, Fließverhalten oder Pigmentverteilung. Du bereitest Untergründe vor, trägst Beschichtungssysteme auf und beurteilst nach dem Trocknen oder Härten die Ergebnisse.
Diese Spezialisierung ist besonders wichtig für Produktentwicklung, Qualitätsmanagement und Qualitätssicherung in der Farben- und Lackindustrie.
Reinhard Pasterk, Vorsitzender des Arbeitskreises Lehrlingsausbildung der Industriellenvereinigung Kärnten über Module im Lehrberuf Labortechnik: „Die verschiedenen Module zeigen, wie breit Labortechnik ist: Von chemischen Materialien über biologische Prozesse bis zu innovativen Beschichtungen reicht ein Beruf, der Präzision und Entwicklung verbindet.“
Was macht ein:e Labortechniker:in im Arbeitsalltag?
Was macht ein:e Labortechniker:in im Arbeitsalltag?
Der Arbeitsalltag besteht aus Planung, Vorbereitung, Untersuchung, Auswertung und Dokumentation. Sorgfalt ist in jedem Schritt wichtig – nicht nur beim eigentlichen Versuch.
Ein Laborversuch beginnt meist lange bevor eine Probe gemessen wird. Zuerst musst du verstehen, was untersucht werden soll. Danach bereitest du Geräte, Materialien und Proben vor. Du folgst Arbeits-, Analyse- und Sicherheitsvorschriften, führst die Untersuchung durch und wertest die Ergebnisse aus.
Im Hauptmodul Chemie gehören beispielsweise Untersuchungen an organischen und anorganischen Stoffen wie Kunststoffen, Metallen, Säuren und Basen zum Berufsbild. Dabei werden unter anderem Proben vorbereitet, Apparaturen eingerichtet, Stoffe getrennt oder konzentriert und Methoden wie Chromatographie, Spektroskopie, Gravimetrie oder Volumetrie eingesetzt.
Ein typischer Ablauf im Labor
- Aufgabe verstehen: Du liest die Analyse- oder Arbeitsvorschrift und klärst, was geprüft werden soll.
- Arbeitsplatz vorbereiten: Du stellst Geräte, Chemikalien, Schutzkleidung und Hilfsmittel bereit.
- Probe vorbereiten: Du entnimmst, beschriftest, wiegst, verdünnst oder bearbeitest die Probe nach Vorgabe.
- Messung oder Versuch durchführen: Du arbeitest mit Geräten, Apparaturen oder manuellen Methoden.
- Daten kontrollieren: Du prüfst, ob die Messwerte plausibel und vollständig sind.
- Ergebnis dokumentieren: Du hältst Vorgehen, Werte, Beobachtungen und Abweichungen nachvollziehbar fest.
- Arbeitsplatz abschließen: Du reinigst Geräte, lagerst Materialien richtig und entsorgst Chemikalien oder biologische Materialien fachgerecht.
Darum ist Dokumentation so wichtig
Dokumentation heißt, alle wichtigen Arbeitsschritte und Ergebnisse so festzuhalten, dass andere Fachpersonen den Versuch verstehen, überprüfen und bei Bedarf wiederholen können.
Zur Arbeit gehören außerdem digitale Aufgaben: Der effiziente Einsatz digitaler Geräte, betrieblicher Software und digitaler Kommunikationsformen sind fachübergreifende Kompetenzen. Auch der sichere und verantwortungsvolle Umgang mit Daten ist Teil der Arbeit als Labortechniker:in.
Wo arbeiten Labortechniker:innen nach der Ausbildung?
Labortechniker:innen arbeiten in vielen Industrie- und Forschungsbereichen. Der konkrete Arbeitsplatz hängt stark von deinem Lehrbetrieb und deinem gewählten Schwerpunkt ab.
Die Vorstellung vom Labor mit weißen Kitteln und Reagenzgläsern stimmt zwar teilweise – sie zeigt aber nur einen Ausschnitt. Labortechniker:innen arbeiten in modernen Laboren, an computergesteuerten Geräten, in Produktionsnähe, in Qualitätsabteilungen und manchmal auch in Büros, wenn Ergebnisse ausgewertet, dokumentiert oder präsentiert werden.
Mögliche Arbeitgeber sind unter anderem Unternehmen aus Chemie, Kunststoffindustrie, Biochemie, Pharmatechnologie sowie Farben- und Lackindustrie. Auch private und öffentliche Forschungseinrichtungen, etwa Universitäten, können Arbeitsorte sein. Im Berufsalltag arbeitest du oft mit anderen Labortechniker:innen, Fachkräften und Wissenschaftler:innen verschiedener Disziplinen zusammen.
Typische Einsatzbereiche
- Pharma und Biotechnologie: Analyse und Entwicklung von Arzneimitteln, Wirkstoffen oder biologischen Produkten
- Chemische Industrie: Untersuchung von Rohstoffen, Zwischenprodukten und Endprodukten
- Kunststoffindustrie: Prüfung von Materialeigenschaften, Zusammensetzungen und Belastbarkeit
- Lebensmittelnahe Labore: Qualitätskontrolle und Untersuchung von Inhaltsstoffen oder Keimen
- Farben und Lacke: Entwicklung, Prüfung und Optimierung von Beschichtungen
- Umwelt- und Analytikbereiche: Untersuchung von Stoffen und Proben nach definierten Standards
- Forschung: Mitarbeit an Versuchen, Entwicklungsprojekten und der Aufbereitung wissenschaftlicher Daten
Voraussetzungen für die Lehre Labortechnik
Du musst keine fertige Wissenschaftlerin und kein fertiger Wissenschaftler sein. Entscheidend sind Interesse, Konzentration, Verantwortungsbewusstsein und die Bereitschaft, präzise nach Vorgaben zu arbeiten.
Formale Voraussetzung für eine Lehre ist die erfüllte neunjährige Schulpflicht. Die Ausbildung erfolgt dual: Du lernst sowohl im Lehrbetrieb als auch in der Berufsschule. Der Abschluss ist die Lehrabschlussprüfung, kurz LAP.
Für die Arbeit in der Labortechnik helfen dir bestimmte Interessen und persönliche Stärken besonders.
| Stärke oder Interesse | Warum das im Labor wichtig ist | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Genauigkeit | Kleine Mengen, richtige Beschriftungen und saubere Messwerte können entscheidend sein. | |||||||
| Interesse an Naturwissenschaften | Du beschäftigst dich mit chemischen, physikalischen oder biologischen Zusammenhängen. | |||||||
| Geduld und Konzentration | Viele Untersuchungen bestehen aus mehreren Schritten und brauchen volle Aufmerksamkeit. | |||||||
| Verantwortungsbewusstsein | Sicherheits-, Qualitäts- und Umweltregeln müssen konsequent eingehalten werden. | |||||||
| Strukturiertes Arbeiten | Arbeitsabläufe, Ergebnisse und mögliche Abweichungen müssen nachvollziehbar dokumentiert werden. | |||||||
| Technisches Verständnis | Du arbeitest mit Laborgeräten, Apparaturen und digital gestützten Systemen. | |||||||
| Teamfähigkeit | Du stimmst dich mit Kolleg:innen, Ausbilder:innen und anderen Fachbereichen ab. |
Tipp zur Selbsteinschätzung: Überlege, ob dir Aufgaben gefallen, bei denen du Schritt für Schritt vorgehst, sorgfältig kontrollierst und am Ende ein klares, überprüfbares Ergebnis erhältst. Wenn ja, kann Labortechnik gut zu dir passen.
Für wen passt der Lehrberuf Labortechnik besonders gut?
Labortechnik passt zu dir, wenn du neugierig bist, gerne strukturiert arbeitest und nachvollziehbare Antworten auf konkrete Fragen finden möchtest.
Vielleicht kennst du das: Du möchtest nicht nur wissen, dass etwas passiert, sondern auch, warum es passiert und wie man es messen kann. Vielleicht interessiert dich, wie sich Materialien unterscheiden oder wie man biologische Prozesse untersucht. Dann bietet dir Labortechnik einen Beruf, in dem du diese Fragen praktisch bearbeiten kannst.
Labortechnik könnte zu dir passen, wenn du …
- gerne experimentierst und Dinge genau untersuchst
- in Chemie, Biologie, Physik oder Mathematik zumindest grundsätzlich interessiert bist
- mit Geräten, digitalen Systemen und klaren Arbeitsabläufen arbeiten möchtest
- Verantwortung ernst nimmst und Sicherheitsregeln wichtig findest
- nicht nur praktisch arbeiten, sondern auch Ergebnisse auswerten und dokumentieren willst
- in einem Team arbeiten möchtest, in dem Fachwissen, Verlässlichkeit und Abstimmung zählen
Labortechnik passt möglicherweise weniger gut, wenn du …
- sehr ungern nach klaren Vorgaben arbeite
- Routinekontrollen und sorgfältige Dokumentation grundsätzlich ablehnst
- häufige Konzentrationsphasen als reine Belastung empfindest
- ausschließlich körperlich-handwerklich und möglichst ohne Messungen oder Daten arbeiten möchtest
Das solltest du auch wissen: Das ist keine Bewertung. Jeder Beruf stellt andere Anforderungen. Gute Berufsorientierung bedeutet vor allem, ehrlich zu prüfen, welche Arbeitsweise zu den eigenen Stärken und Interessen passt.
Kompakte Infos zur Lehre Labortechnik
Labortechnik ist ein vielseitiger Lehrberuf mit hoher Verantwortung. Du verbindest naturwissenschaftliches Interesse mit praktischem Arbeiten, digitaler Kompetenz und klaren Qualitätsstandards.
- Labortechniker:innen untersuchen Stoffe, Materialien und biologische Proben mit definierten Methoden.
- Die Lehre ist dual und dauert je nach Modulkombination 3,5 oder 4 Jahre.
- Du beginnst mit dem Grundmodul Labortechnik und vertiefst dich anschließend in Chemie, Biochemie und Biotechnologie oder Farben und Lacke.
- Wichtige Aufgaben sind Proben vorbereiten, Geräte bedienen, Versuche durchführen, Daten auswerten und Ergebnisse dokumentieren.
- Sicherheit, Qualitätsmanagement, Nachhaltigkeit und digital verantwortungsvolles Arbeiten sind feste Bestandteile der Ausbildung.
- Du kannst in vielen Bereichen arbeiten, etwa in Chemie, Pharma, Biotechnologie, Kunststoffindustrie, Farben und Lacken oder Forschung.
- Der Beruf passt besonders gut zu Menschen, die genau, verantwortungsvoll, neugierig und strukturiert arbeiten.
FAQ zum Lehrberuf Labortechnik
Wie lange dauert die Lehre Labortechnik?
Die reguläre Lehrzeit für Labortechnik beträgt 3,5 Jahre. Sie setzt sich aus dem zweijährigen Grundmodul Labortechnik und einem 1,5-jährigen Hauptmodul zusammen. Du kannst dich dabei für Chemie oder für Biochemie und Biotechnologie entscheiden. Wenn du zusätzlich ein weiteres Hauptmodul oder das Spezialmodul Farben und Lacke absolvierst, verlängert sich die Lehrzeit auf vier Jahre. Welche Kombination möglich ist, hängt auch vom Ausbildungsangebot deines Lehrbetriebs ab.
Welche Voraussetzungen brauche ich für die Lehre Labortechnik?
Rechtlich musst du die neunjährige Schulpflicht erfüllt haben. Für einen erfolgreichen Start sind vor allem Interesse an Naturwissenschaften, Freude an genauem Arbeiten und ein verantwortungsvoller Umgang mit Regeln wichtig. Du musst vor Beginn der Lehre nicht alle chemischen Formeln oder biologischen Abläufe kennen: Das Fachwissen lernst du schrittweise im Betrieb und in der Berufsschule. Hilfreich sind außerdem Konzentration, Geduld, sorgfältiges Dokumentieren und die Bereitschaft, bei Unsicherheiten nachzufragen.
Welche Hauptmodule gibt es in der Labortechnik?
Nach dem gemeinsamen Grundmodul wählst du ein Hauptmodul. Zur Auswahl stehen Chemie sowie Biochemie und Biotechnologie. Im Hauptmodul Chemie untersuchst du unter anderem Metalle, Kunststoffe, Säuren, Basen und andere Stoffe oder Materialien. Im Hauptmodul Biochemie und Biotechnologie beschäftigst du dich stärker mit Zellen, Mikroorganismen, Proteinen, Enzymen oder biologischen Analyseverfahren. Zusätzlich kann – je nach Lehrbetrieb und Modulkombination – das Spezialmodul Farben und Lacke gewählt werden. Dort prüfst und entwickelst du Beschichtungen, Farben und Lacke.
Was macht man als Labortechniker:in?
Als Labortechniker:in untersuchst du Stoffe, Materialien oder biologische Proben nach klaren Arbeits- und Sicherheitsvorgaben. Du bereitest Proben vor, richtest Laborgeräte ein, führst Messungen oder Versuche durch und wertest die Ergebnisse aus. Ein besonders wichtiger Teil deiner Arbeit ist die Dokumentation: Du hältst Arbeitsschritte, Messwerte, Beobachtungen und mögliche Abweichungen so fest, dass sie von anderen Fachpersonen nachvollzogen werden können. Je nach Betrieb arbeitest du etwa an der Qualitätskontrolle von Produkten, an Forschungsprojekten oder an der Entwicklung neuer Materialien und Verfahren.
Wo kann ich nach der Lehre Labortechnik arbeiten?
Labortechniker:innen werden in vielen Bereichen gebraucht, in denen Produkte, Rohstoffe oder biologische Materialien geprüft und weiterentwickelt werden. Mögliche Arbeitgeber sind Unternehmen der chemischen Industrie, Pharmaunternehmen, Biotechnologie-Betriebe, Kunststoffhersteller sowie die Farben- und Lackindustrie. Auch in lebensmittelnahen Laboren, Umwelt- und Analytikbereichen oder in privaten und öffentlichen Forschungseinrichtungen kannst du tätig sein. Welche Aufgaben du im Alltag übernimmst, hängt vor allem von deinem Lehrbetrieb, deinem gewählten Hauptmodul und der jeweiligen Branche ab.
Kann ich nach der Lehre Labortechnik die Matura machen oder studieren?
Ja. Du kannst die Berufsreifeprüfung über das Modell „Lehre mit Matura“ absolvieren – oft bereits parallel zu deiner Lehrzeit. Mit der Berufsreifeprüfung erhältst du grundsätzlich Zugang zu Fachhochschulen und Universitäten. Dadurch kannst du nach der Lehre zum Beispiel ein Studium in Chemie, Biotechnologie, Verfahrenstechnik, Umwelttechnik oder einem verwandten naturwissenschaftlich-technischen Fach beginnen. Auch ohne Studium gibt es zahlreiche Weiterbildungsmöglichkeiten, etwa in Qualitätsmanagement, Labororganisation, Arbeitssicherheit oder speziellen Analyseverfahren.
Dieser Artikel zum Lehrberuf Labortechnik wurde verfasst von DI Reinhard Pasterk, Vorsitzender des Arbeitskreises Lehrlingsausbildung der Industriellenvereinigung Kärnten und basiert auf den Informationen der Berufs- und Brancheninformationen der Wirtschaftskammer Österreich (WKO), des AMS-Ausbildungskompasses sowie aktuellen Branchendaten der Industriellenvereinigung Kärnten.