Lehrberuf des Monats Jänner 2026: Mechatronik (Modullehrberuf)
Mechatronik ist einer der vielseitigsten technischen Lehrberufe in der Kärntner Industrie und kombiniert Mechanik, Elektronik, Informatik und Automatisierung zu einem zukunftssicheren Berufsfeld. Durch den modularen Aufbau kannst du dich gezielt in Richtung Automatisierung, alternative Antriebe, IT‑Systeme oder Medizingeräte entwickeln und bleibst gleichzeitig am Puls der technologischen Entwicklung.
Warum der Lehrberuf Mechatronik aktuell so gefragt ist
Mechatronik verknüpft mehrere Zukunftstechnologien in einem Beruf und eröffnet dir breite Karriere- und Weiterbildungsmöglichkeiten in Industrie und Technik.
- Produktionsanlagen, Roboter und vernetzte Maschinen brauchen Fachkräfte, die Mechanik, Elektronik und Software gemeinsam denken können – genau das lernst du als Mechatroniker:in.
- Mechatronik zählt zu den gefragten Modulberufen in der Kärntner Industrie, weil Betriebe gezielt Nachwuchs für Automatisierung, Digitalisierung und neue Antriebstechnologien suchen.
Wolfgang Pucher, Bildungsexperte der Industriellenvereinigung Kärnten zur Bedeutung des Lehrberufs Mechatronik: „Wer Mechatronik lernt, entscheidet sich nicht für einen Nischenjob, sondern für ein breites Kompetenzprofil, das in nahezu jedem Industriebetrieb gefragt ist.“
Was ist Mechatronik überhaupt?
Mechatronik verbindet Mechanik, Elektronik und Informatik zu intelligenten, automatisierten Systemen – vom Industrieroboter bis zur Medizingerätetechnik.
- Der Begriff Mechatronik setzt sich aus Mechanik, Elektronik und Informatik zusammen und beschreibt Systeme, in denen diese Bereiche eng zusammenarbeiten, z.B. Roboter, CNC‑Maschinen, Förderanlagen oder moderne Antriebssysteme.
- In der Praxis bedeutet das: Du montierst, programmierst, wartest und reparierst Anlagen, in denen Sensoren, Steuerungen, Motoren, Hydraulik/Pneumatik und Software zu einem Gesamtsystem verschmelzen.
Welche Module gibt es im Lehrberuf Mechatronik?
Deine Lehre besteht aus einem Grundmodul Mechatronik plus einem Hauptmodul und optional einem Spezialmodul, insgesamt 3,5 bis 4 Jahre Lehrzeit.
Der Lehrberuf Mechatronik ist in Österreich als Modullehrberuf organisiert. Dadurch kannst du deine Ausbildung an deine Interessen und an den Bedarf deines Lehrbetriebs anpassen.
Grundstruktur der Ausbildung
- Grundmodul Mechatronik (2 Jahre, verpflichtend):
Hier lernst du alle Basics: mechanische Bearbeitung, Elektrotechnik-Grundlagen, Mess- und Regeltechnik, Steuerungs- und Antriebstechnik, einfache Programmierung, Lesen von Plänen und Schaltplänen. - Hauptmodul (ca. 1,5 Jahre):
Du vertiefst dich in einen von mehreren Schwerpunkten – z.B. Automatisierungstechnik oder Fertigungstechnik. - Spezialmodul - optional (zusätzliche 0,5 Jahre):
Für besonders spezialisierte Themen wie Robotik oder SPS‑Technik; dadurch verlängert sich die Lehrzeit auf 4 Jahre.
Dauer der Lehre Mechatronik
| Kombination | Inhalt | Dauer | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Grundmodul + 1 Hauptmodul | Standard-Modullehre Mechatronik | 3,5 Jahre | ||||||
| Grundmodul + 1 Hauptmodul + Spezialmodul | Vertiefte Spezialisierung | 4 Jahre |
Wolfgang Pucher, Bildungsexperte der IV Kärnten zum modularen Aufbau: „Der modulare Aufbau der Mechatronik-Lehre ist ein riesiger Vorteil: Du bekommst eine solide technische Basis und kannst dich dann gezielt dort vertiefen, wo deine Stärken liegen.“
Was machst du als Mechatroniker:in konkret im Alltag?
Du planst, montierst, programmierst, überwachst und wartest mechatronische Anlagen – vom einzelnen Antrieb bis zur kompletten Produktionslinie.
Typische Aufgaben in der Praxis sind:
- Montage und Inbetriebnahme von Maschinen, Produktionsanlagen, Robotern oder Medizingeräten.
- Installation von elektrischen/elektronischen Komponenten, Sensoren, Aktoren, Antrieben und Steuerungen.
- Programmierung und Parametrierung von Steuerungen (z.B. SPS), Robotern oder Antriebssystemen.
- Fehlersuche und Störungsbehebung: Messen, Diagnosen stellen, defekte Teile tauschen, Software anpassen.
- Wartung und Instandhaltung: Regelmäßige Kontrollen, Schmieren, Justieren, Kalibrieren von Komponenten.
- Dokumentation von Arbeiten, Erstellen und Lesen von Schaltplänen und technischen Unterlagen.
Du arbeitest je nach Betrieb in Produktionshallen, Werkstätten, Prüflabors oder im Service beim Kunden.
In welchen Branchen und Betrieben arbeiten Mechatroniker:innen?
Mechatroniker:innen findest du überall dort, wo moderne Maschinen, Roboter und automatisierte Systeme im Einsatz sind – von der Metallindustrie bis zur Medizintechnik.
Typische Branchen sind:
- Metalltechnische Industrie und Maschinenbau
- Fahrzeug- und Zulieferindustrie
- Elektro- und Elektronikindustrie
- Holz- und Papierindustrie mit automatisierten Anlagen
- Medizintechnik und Medizingerätehersteller
- IT-, Digital- und Netzwerktechnik rund um Anlagensteuerungen
Eine Lehrlingsstatistik der metalltechnischen Industrie zeigt, dass Mechatronik-Module wie Automatisierungstechnik und Fertigungstechnik bereits mit mehreren Hundert Lehrlingen zu den etablierten technischen Ausbildungswegen zählen.
Typische Praxisbeispiele aus der Mechatronik
In der Mechatronik arbeitest du an echten Industrieprojekten – vom Programmieren einer Förderanlage bis zur Wartung eines Roboters.
Praxisbeispiele aus Ausbildungsleitfäden und Industriebetrieben:
- Automatisierte Förderanlage: Du baust Sensoren und Antriebe ein, verbindest sie mit der SPS, programmierst Start‑/Stopp‑Logik und Störmeldungen und testest verschiedene Szenarien.
- Roboterzelle: Du parametrierst Roboterbewegungen, richtest Schutzbereiche ein und überprüfst, ob alle Sicherheitsfunktionen korrekt arbeiten.
- Fehlersuche in einer Produktionslinie: Du liest Fehlermeldungen aus, misst Spannung/Ströme, prüfst Sensoren und tauschst Bauteile oder passt Programme an.
Wolfgang Pucher, Bildungsexperte der IV Kärnten: „In Kärntens Industrie sind Mechatroniker:innen die Schnittstellenprofis, die vom Maschinenbau über Elektronik bis zur Medizintechnik überall gebraucht werden.“
Wie lange dauert die Mechatronik-Lehre und wie läuft sie ab?
Du lernst 3,5 bis 4 Jahre im Betrieb und in der Berufsschule, mit einem klaren Mix aus praktischer Arbeit und theoretischem Hintergrund.
Lehrzeit und Ablauf der Mechatronik-Lehre
- Dauer: 3,5 Jahre (Grundmodul + Hauptmodul) bzw. 4 Jahre (mit Spezialmodul).
- Ausbildungsorte: Lehrbetrieb (Praxis) und Berufsschule (Theorie); der genaue Turnus hängt vom Bundesland und der Berufsschule ab.
- In den ersten beiden Jahren wird das Grundmodul vermittelt, anschließend folgt die Vertiefung im gewählten Hauptmodul und gegebenenfalls im Spezialmodul.
Abschluss der Mechatronik-Lehre
- Am Ende steht die Lehrabschlussprüfung, die je nach Modul praktische und theoretische Prüfungsbestandteile umfasst (z.B. Montage, Programmierung, Fehlersuche, Fachgespräch).
Wie viel verdient man in der Mechatronik-Lehre?
In der metalltechnischen Industrie liegen die kollektivvertraglichen Lehrlingseinkommen ab 1.1.2025 bei rund 967,- Euro im ersten und knapp unter 2.000,- Euro im vierten Lehrjahr brutto pro Monat.
Die tatsächliche Höhe deiner Lehrlingsentschädigung hängt vom Kollektivvertrag und der Branche ab, aber die metalltechnische Industrie gibt einen guten Richtwert:
| Lehrjahr | Kollektivvertraglicher Mindestsatz (Beispiel Metallgewerbe ab 1.1.2025) | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. Lehrjahr | ca. 967 Euro brutto pro Monat | |||||||
| 2. Lehrjahr | ca. 1.126 Euro brutto pro Monat | |||||||
| 3. Lehrjahr | ca. 1.464 Euro brutto pro Monat | |||||||
| 4. Lehrjahr | ca. 1.958 Euro brutto pro Monat |
Nach der Lehre kannst du laut AMS‑Gehaltskompass in mechatronischen Berufen mit einem monatlichen Einstiegsgehalt im Bereich von rund 2.560,- bis 2.640,- Euro brutto rechnen – abhängig von Berufserfahrung, Branche und Region.
Welche Voraussetzungen und Fähigkeiten solltest du mitbringen?
Wichtig sind technisches Interesse, logisches Denken, Genauigkeit und Freude an praktischer Arbeit mit Maschinen, Elektronik und Software.
Typische Anforderungen von Betrieben sind:
- Interesse an Technik, Naturwissenschaften und digitalen Themen
- Gutes Verständnis für Mathematik und Physik (z.B. für Berechnungen, Messungen, Steuerungen)
- Handwerkliches Geschick und Feinmotorik
- Logisches und systematisches Denken für Fehlersuche und Programmierung
- Teamfähigkeit und Verantwortungsbewusstsein, da du mit komplexen Anlagen arbeitest
Denk dran: Je mehr du dich für Technik, Mathe und Problemlösen begeistern kannst, desto besser wirst du in der Mechatronik-Lehre zurechtkommen.
Wie läuft der Bewerbungsprozess für eine Mechatronik-Lehre ab?
Du bewirbst dich direkt bei einem Ausbildungsbetrieb, häufig mit Lebenslauf, Zeugnis und eventuell einem Eignungstest oder Schnuppertagen.
Ein typischer Ablauf in Industriebetrieben sieht so aus:
1. Information & Orientierung:
Online‑Recherche zur Mechatronik, Besuch von Berufsinformationsmessen, Nutzung von Plattformen wie inlehre.at für offene Lehrstellen in Kärnten.
2. Bewerbung:
Senden von Lebenslauf, Motivationsschreiben und aktuellen Zeugnissen an den Lehrbetrieb, häufig über Online‑Portale.
3. Aufnahmetest/Assessment:
Viele Unternehmen prüfen Grundkenntnisse in Mathematik, Logik und technischem Verständnis sowie Deutsch.
4. Vorstellungsgespräch & Schnuppertag:
Du lernst Betrieb, Werkstätten und Ausbildungsablauf kennen und kannst Fragen stellen.
5. Lehrvertrag:
Bei erfolgreicher Bewerbung erhältst du einen Lehrvertrag, der bei der zuständigen Stelle (z.B. WKO) registriert wird.
Wolfgang Pucher, Bildungsexperte der IV Kärnten über die Vorteile von Schnuppertagen: „Viele Betriebe setzen heute stark auf Schnuppertage: Sie wollen sehen, ob du ins Team passt – und du sollst ehrlich prüfen können, ob der Beruf zu dir passt.“
Welche Karrieremöglichkeiten hast du nach der Mechatronik-Lehre?
Nach der Lehre stehen dir Wege in Richtung Fachspezialisierung, Meister, Weiterbildungen, HTL‑Kolleg, Werkmeisterschule oder sogar FH/Uni offen.
Mögliche nächste Schritte:
- Spezialisierung im Betrieb: z.B. Instandhaltung, Robotik, SPS‑Programmierung, Qualitätsmanagement.
- Werkmeisterschule oder Meisterprüfung im technischen Bereich.
- Berufsreifeprüfung: Mit der Berufsreifeprüfung kannst du später ein FH‑Studium (z.B. Mechatronik, Automatisierungstechnik, Robotik) starten.
- Weiterbildungen zu Themen wie Industrie 4.0, Digitalisierung, IT‑Security in der Automation oder Energieeffizienz in Antriebssystemen.
Warum ist der Lehrberuf Mechatronik für die Industrie in Kärnten so wichtig?
Viele Industriebetriebe in Kärnten investieren gezielt in Mechatronik-Lehrlinge, um den Fachkräftebedarf in Automatisierung, Digitalisierung und neuen Antrieben langfristig zu sichern.
- Kärntens Industrie setzt zunehmend auf automatisierte Fertigung, vernetzte Anlagen und digitale Produktionsprozesse, die ohne gut ausgebildete Mechatroniker:innen nicht stabil betrieben werden können.
- Lehrlingsstatistiken der Industrie zeigen, dass mechatronische Berufe und metalltechnische Lehrberufe einen wachsenden Anteil an den insgesamt mehr als 16.000 Lehrlingen in der österreichischen Industrie haben.
Wolfgang Pucher, Bildungsexperte der IV Kärnten spricht aus Erfahrung über die Bedeutung des Lehrberufs Mechatronik: „Für die Industriebetriebe in Kärnten sind Mechatroniker:innen strategisch wichtig – sie sichern den laufenden Betrieb und ermöglichen gleichzeitig Innovationen in Richtung Automatisierung und Digitalisierung.“
FAQ zum Lehrberuf Mechatronik (Modullehrberuf)
Wie lange dauert die Lehre Mechatronik?
Die Lehrzeit im Modullehrberuf Mechatronik beträgt 3,5 Jahre für Grundmodul plus Hauptmodul und 4 Jahre, wenn zusätzlich ein Spezialmodul absolviert wird.
Welche Module gibt es in der Mechatronik-Lehre?
Verpflichtend ist das Grundmodul Mechatronik, dazu kommen Hauptmodule wie Automatisierungstechnik, Elektromaschinentechnik, Fertigungstechnik, alternative Antriebstechnik, IT-/Digitalsystemtechnik oder Medizingerätetechnik sowie optionale Spezialmodule wie Robotik oder SPS‑Technik.
Wie viel verdiene ich als Mechatronik-Lehrling?
In der metalltechnischen Industrie liegen die kollektivvertraglichen Lehrlingseinkommen ab 1.1.2025 bei rund 967 Euro brutto im ersten und knapp 1.958 Euro brutto im vierten Lehrjahr pro Monat, abhängig von Branche und Kollektivvertrag.
Welche schulischen Voraussetzungen brauche ich für Mechatronik?
Gefragt sind in der Regel ein positiver Pflichtschulabschluss, Interesse an Technik, gute Grundlagen in Mathematik und Physik sowie die Bereitschaft, sich mit mechanischen, elektrischen und digitalen Themen intensiv zu beschäftigen.
Welche Karrierechancen habe ich nach der Mechatronik-Lehre?
Nach der Lehrabschlussprüfung kannst du dich im Betrieb spezialisieren, die Berufsreifeprüfung ablegen, eine Werkmeisterschule besuchen oder ein FH‑Studium im technischen Bereich beginnen.