Lehrberuf des Monats Februar 2026: Betriebslogistik
Der Lehrberuf Betriebslogistik ist ideal für dich, wenn du gerne den Überblick behältst, organisiert arbeitest und dafür sorgen willst, dass Waren zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind – in Industrie, Handel und Logistikunternehmen.
Hier erfährst du verständlich und praxisnah, was dich in der Lehre Betriebslogistik erwartet, welche Fähigkeiten wichtig sind und welche Karrierechancen dir dieser Beruf in der Kärntner Industrie eröffnet.
Warum ist Betriebslogistik heute so wichtig?
Ohne gut organisierte Betriebslogistik steht die Produktion still, Liefertermine werden nicht eingehalten und Unternehmen verlieren Geld – deshalb sind gut ausgebildete Betriebslogistikkaufleute heute gefragter denn je.
Unternehmen stehen vor der Herausforderung, immer schneller und zuverlässiger zu liefern, gleichzeitig Lagerkosten zu senken und mit knappen Fachkräften umzugehen. Die Logistik ist dabei ein zentraler Hebel, um wettbewerbsfähig zu bleiben – besonders in Industrieregionen wie Kärnten, wo viele Betriebe auf reibungslose Materialflüsse angewiesen sind.
Betriebslogistikkaufleute sorgen dafür, dass Warenströme geplant, Lagerbestände optimiert und Lieferketten stabil gehalten werden. Fehler in der Lagerhaltung oder im Transport wirken sich direkt auf Kosten, Kundenzufriedenheit und Produktionssicherheit aus – deshalb gilt Betriebslogistik als Schlüsselbereich moderner Industrie- und Handelsbetriebe.
Wolfgang Pucher, Bildungsexperte der Industriellenvereinigung Kärnten zum Lehrberuf Betriebslogistik: „Betriebslogistik ist heute weit mehr als ‚Kisten schieben‘ – sie ist die Schaltzentrale, in der sich Wirtschaftlichkeit, Digitalisierung und zuverlässige Lieferketten verbinden.“
Was ist der Lehrberuf Betriebslogistik eigentlich?
Betriebslogistikkaufleute organisieren die Annahme, Lagerung, Bewegung und den Versand von Waren und stellen sicher, dass Materialflüsse im Unternehmen effizient und transparent ablaufen.
Betriebslogistik einfach erklärt
Betriebslogistik umfasst alle Prozesse rund um Warenannahme, Lagerung, innerbetrieblichen Transport und Versand – mit dem Ziel, die richtigen Produkte zur richtigen Zeit am richtigen Ort bereitzustellen.
Als Betriebslogistikkauffrau oder -kaufmann arbeitest du an der Schnittstelle zwischen Einkauf, Produktion, Vertrieb und Transport. Du nimmst Waren entgegen, kontrollierst sie, lagerst sie fachgerecht ein, verwaltest Bestände im IT-System und bereitest den Versand vor.
Du arbeitest sowohl im Lager (z.B. mit Gabelstapler und Scanner) als auch im Büro (z.B. mit Warenwirtschafts- und Logistiksoftware) und bist damit eine wichtige Drehscheibe zwischen Lieferant:innen, Produktion und Kund:innen.
Welche Aufgaben hast du in der Betriebslogistik?
Deine Kernaufgaben reichen von Warenannahme und Qualitätskontrolle über die Lagerorganisation und Bestandsführung bis hin zur Versandvorbereitung und Mitarbeit im Rechnungswesen.
Typische Tätigkeiten im Berufsalltag
- Waren entgegennehmen, prüfen und im System erfassen.
- Fachgerechte Lagerung, Umlagerung und Auslagerung von Gütern organisieren.
- Lagerbestände überwachen, Inventuren vorbereiten oder durchführen.
- Waren kommissionieren, verpacken und den Versand organisieren.
- Tourenpläne, Ladelisten und Beladepläne erstellen.
- Mit speziellen EDV-Programmen und Logistiksystemen arbeiten.
- Bei Rechnungswesen und Zahlungsverkehr mitarbeiten (z.B. Lieferscheine, Rechnungen).
Beispiel: Ein typischer Tag als Betriebslogistikkaufmann/-frau
Am Morgen nimmst du eine LKW-Lieferung entgegen, kontrollierst die Ware, scannst sie ein und lagerst sie mit dem Stapler ein. Danach überprüfst du im System, welche Teile für die Produktion benötigt werden, stellst diese zusammen und organisierst die innerbetriebliche Zustellung.
Am Nachmittag bereitest du mehrere Kundenlieferungen vor, stellst Paletten zusammen, erstellst Versandpapiere und stimmst dich mit Speditionen oder internen Fahrer:innen ab. Zwischendurch kontrollierst du den Lagerbestand, klärst Abweichungen und meldest kritische Bestände an Einkauf oder Produktion.
Tipp: Dokumentiere deine Arbeitsschritte sauber im System – gute Datenqualität erleichtert dir und deinem Team den Alltag und verhindert Fehler bei Beständen und Lieferungen.
Wie läuft die Lehre Betriebslogistik in Österreich ab?
Die Lehre Betriebslogistik dauert 3 Jahre, ist dual organisiert (Betrieb + Berufsschule) und schließt mit der Lehrabschlussprüfung ab.
Dauer, Form und Abschluss der Lehre Betriebslogistik
| Aspekt | Lehrberuf Betriebslogistik | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Dauer der Lehre | 3 Jahre | |||||||
| Ausbildungsform | Duale Ausbildung: Praxis im Betrieb, Theorie in der Berufsschule | |||||||
| Berufsbezeichnung nach Abschluss | „Betriebslogistikkauffrau“ bzw. „Betriebslogistikkaufmann“ |
Inhalte der Berufsschule und im Betrieb
- Grundlagen der Warenwirtschaft, Lagerarten und Lagerorganisation.
- Arbeiten mit Lagerverwaltungs- und Identifikationssystemen (z.B. Barcodes, Scanner).
- Lieferdokumente, Lieferscheine, Rechnungen, Transportpapiere.
- Grundkenntnisse im Rechnungswesen und Zahlungsverkehr.
- Erstellen von Touren- und Beladeplänen, Grundlagen der Transportlogistik.
- Arbeitssicherheit, Unfallverhütung, Gefahrgut und Umweltschutz.
Welche Fähigkeiten brauchst du in der Betriebslogistik?
Gefragt sind Organisationsfähigkeit, Genauigkeit, IT-Kompetenz und Teamfähigkeit – ergänzt durch körperliche Belastbarkeit und Bereitschaft, Verantwortung für Warenströme zu übernehmen.
Fachliche Kompetenzen
- Verständnis für Materialflüsse, Lagerprozesse und wirtschaftliche Zusammenhänge.
- Sicherer Umgang mit EDV-Systemen und Logistiksoftware.
- Grundrechenarten und einfaches kaufmännisches Denken (z.B. Bestellmengen, Lagerumschlag).
- Kenntnisse zu Sicherheits-, Gefahrgut- und Umweltvorschriften.
Überfachliche Kompetenzen laut Kompetenzradar 2024
Der Kompetenzradar 2024 der Industriellenvereinigung Kärnten zeigt, dass in der Industrie – und ausdrücklich auch in Logistik und Administration – vor allem Problemlösefähigkeit, Zuverlässigkeit, Kommunikationsfähigkeit und Lernbereitschaft entscheidend sind. Betriebe sehen fehlende Kompetenzen in diesen Bereichen als Wachstumsbremse und investieren verstärkt in systematische Kompetenzentwicklung.
| Kompetenzbereich | Bedeutung in der Logistik (laut Kompetenzradar 2024 der IV Kärnten) | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Problemlösefähigkeit | Wichtig, um auf Störungen im Warenfluss schnell und eigenständig zu reagieren. | |||||||
| Kommunikation | Zentral für Abstimmung mit Produktion, Einkauf, Speditionen und Kund:innen. | |||||||
| Digitale Kompetenz | Unverzichtbar durch den Einsatz moderner Lager- und Logistiksysteme. | |||||||
| Lernbereitschaft | Notwendig, um neue Systeme, Prozesse und gesetzliche Vorgaben laufend zu adaptieren. |
Wolfgang Pucher, Bildungsexperte der IV Kärnten zum modularen Aufbau: „Gerade in der Betriebslogistik zeigt sich, wie wichtig überfachliche Kompetenzen sind – wer Probleme löst, strukturiert denkt und gut kommuniziert, wird rasch zur unverzichtbaren Schlüsselkraft.“
Wie sieht der Arbeitsalltag in der Betriebslogistik wirklich aus?
Du arbeitest abwechselnd im Lager und im Büro, bist ständig mit anderen Abteilungen in Kontakt und trägst Verantwortung für teils sehr wertvolle Waren.
Arbeitsumfeld und Team
- Arbeitsplätze im Lager (Warenannahme, Kommissionierung, Versand) und im Büro (Bestellungen, Datenpflege).
- Zusammenarbeit mit Lagerarbeiter:innen, Magazineur:innen, Einkauf, Produktion, Verkauf und Speditionen.
- Arbeit mit Flurförderfahrzeugen (z.B. Gabelstapler) und automatisierten Lagersystemen, je nach Betrieb.
Praxisbeispiel aus einem Industriebetrieb
In einem Industriebetrieb in Kärnten sorgst du als Betriebslogistikkaufmann/-frau dafür, dass Ersatzteile und Rohstoffe rechtzeitig für die Produktion bereitstehen, indem du Liefertermine überwachst, bei Verzögerungen reagierst und alternative Lieferungen organisierst. Gleichzeitig unterstützt du das Controlling, indem du Lagerbestände und Umschlagshäufigkeiten auswertest und so zur Kostenoptimierung beiträgst.
Tipp: Nutze deine Lehrzeit, um möglichst viele Bereiche kennenzulernen – von der Warenannahme über die Produktionslogistik bis zum Versand. So verstehst du den Gesamtprozess und wirst später flexibler einsetzbar.
Warum ist der Lehrberuf Betriebslogistik zukunftssicher?
Globalisierung, E-Commerce und Industrie 4.0 erhöhen den Bedarf an gut ausgebildeten Logistik-Fachkräften – besonders in Industrieregionen wie Kärnten.
Trends: Digitalisierung und Fachkräftemangel
Der Kompetenzradar 2024 der Industriellenvereinigung Kärnten zeigt, dass viele Industrieunternehmen in Kärnten stark von veränderten Kompetenzanforderungen betroffen sind und den Fachkräftemangel als kritische Herausforderung einschätzen. Insbesondere Logistik und Administration zählen zu den Bereichen, in denen passende Fachkräfte schwer zu finden sind und systematische Kompetenzentwicklung immer wichtiger wird.
Gleichzeitig sorgen E-Commerce, Just-in-Time-Produktion und globale Lieferketten dafür, dass Logistikprozesse immer komplexer und stärker digitalisiert werden. Betriebslogistikkaufleute, die mit modernen IT-Systemen umgehen können und ein Verständnis für Wertschöpfungsketten haben, sind daher langfristig sehr gefragt.
Wolfgang Pucher, Bildungsexperte der IV Kärnten: „Die Logistik ist ein Zukunftsfeld: Wer heute eine Lehre in der Betriebslogistik beginnt, entscheidet sich für einen Beruf mit stabiler Nachfrage und vielen Entwicklungsmöglichkeiten.“
Welche Karriere- und Weiterbildungsmöglichkeiten hast du nach der Lehre?
Nach der Lehrabschlussprüfung zur Betriebslogistikkauffrau bzw. zum Betriebslogistikkaufmann kannst du dich zur Fachkraft im Lager entwickeln, in Richtung Disposition oder Einkauf gehen oder über Weiterbildungen bis zu höherqualifizierten Positionen in Logistik und Supply Chain aufsteigen.
Berufliche Entwicklung im Betrieb
- Fachkraft Lagerlogistik oder Teamleitung im Lagerbereich.
- Disposition, Tourenplanung oder Kundenbetreuung in der Logistik.
- Mitarbeit im Einkauf oder in der Produktionsplanung, je nach Betrieb.
Weiterbildung und formale Abschlüsse
- Vorbereitungslehrgänge und Kurse, z.B. zur Lehrabschlussprüfung oder für Spezialkompetenzen in der Betriebslogistik.
- Berufsreifeprüfung als Basis für weiterführende Schulen oder Studiengänge.
- Fachspezifische Ausbildungen in Logistikmanagement, Supply Chain Management oder Betriebswirtschaft (z.B. Kollegs, FH-Studiengänge, je nach Zugangsvoraussetzungen).
Tipp: Sprich frühzeitig mit deinem Lehrbetrieb über Weiterbildung – viele Unternehmen unterstützen engagierte Lehrabsolvent:innen bei Kursen, Fachschulen oder berufsbegleitenden Studien.
Passt der Lehrberuf Betriebslogistik zu dir?
Der Beruf passt zu dir, wenn du gerne planst, genau arbeitest, mit IT umgehen kannst und sowohl körperliche als auch mentale Abwechslung im Arbeitsalltag suchst.
Checkliste: Das solltest du für die Lehre Betriebslogistik mitbringen
- Interesse an Organisation, Warenflüssen und wirtschaftlichen Abläufen.
- Genauigkeit und Verantwortungsbewusstsein.
- Grundlegendes Zahlenverständnis und Freude an Arbeit mit IT-Systemen.
- Teamfähigkeit, Kommunikationsbereitschaft und Lernwilligkeit.
- Bereitschaft, teilweise körperlich zu arbeiten (z.B. Kommissionierung, Verpackung) und Sicherheitsvorschriften einzuhalten.
| Du passt gut in die Betriebslogistik, wenn … | Vielleicht eher ein anderer Lehrberuf, wenn … | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| du gerne planst, sortierst und den Überblick behältst. | du Routine-Arbeiten und Regeln generell vermeiden willst.at | |||||||
| du sowohl im Lager als auch im Büro arbeiten möchtest. | du ausschließlich handwerklich oder ausschließlich kreativ arbeiten willst. | |||||||
| du mit Verantwortung für teure Waren umgehen kannst. | du mit Zeitdruck und Terminen gar nicht umgehen kannst. |
Wolfgang Pucher, Bildungsexperte der IV Kärnten: „Wer gerne Ordnung schafft, Abläufe optimiert und Verantwortung übernimmt, findet in der Betriebslogistik einen Lehrberuf mit starkem Zukunftsfokus.“
Die wichtigsten Learnings zum Lehrberuf Betriebslogistik
Betriebslogistik ist ein moderner, zukunftsträchtiger Lehrberuf mit starkem Praxisbezug, guten Entwicklungsmöglichkeiten und hoher Bedeutung für die Industrie in Kärnten und ganz Österreich.
- Die Lehre Betriebslogistik dauert 3 Jahre, ist dual aufgebaut und führt zum Abschluss als Betriebslogistikkaufmann/-frau.
- Du arbeitest an der Schnittstelle zwischen Lager, Büro und Produktion und sorgst für reibungslose Warenflüsse.
- Gefragt sind Genauigkeit, IT-Kompetenz, Organisationsfähigkeit und überfachliche Kompetenzen wie Problemlösen und Kommunikation.
- Durch Digitalisierung, Fachkräftemangel und globale Lieferketten ist die Nachfrage nach gut ausgebildeten Logistik-Fachkräften hoch und stabil.
- Nach der Lehre stehen dir zahlreiche Weiterbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten in Logistik, Einkauf und Supply Chain Management offen.
FAQ zum Lehrberuf Betriebslogistik
Was macht man als Betriebslogistikkaufmann/-frau?
Du nimmst Waren entgegen, lagerst sie fachgerecht, verwaltest Bestände im EDV-System und organisierst Kommissionierung und Versand, damit alle Produkte rechtzeitig und in richtiger Menge verfügbar sind.
Wie lange dauert die Lehre Betriebslogistik?
Die Lehre dauert in Österreich regulär 3 Jahre und findet dual statt – das heißt, du lernst im Betrieb und in der Berufsschule.
Welche Voraussetzungen sollte ich für die Lehre mitbringen?
Du solltest einen positiven Pflichtschulabschluss, Interesse an Organisation und Warenflüssen, Genauigkeit, Teamfähigkeit und grundlegende IT- und Mathematikkenntnisse mitbringen.
Wie sind die Zukunftschancen in der Betriebslogistik?
Die Zukunftschancen gelten als gut, da die Industrie und Logistikbetriebe aufgrund von Digitalisierung und Fachkräftemangel langfristig qualifizierte Betriebslogistikkaufleute suchen.
Welche Weiterbildungsmöglichkeiten habe ich nach der Lehre?
Du kannst dich über Kurse, Fachausbildungen, die Berufsreifeprüfung und weiterführende logistikbezogene Ausbildungen bis hin zu Funktionen im Logistik- oder Supply-Chain-Management weiterentwickeln.
Dieser Artikel zum Lehrberuf Betriebslogistik wurde erstellt unter Einbeziehung von Brancheninformationen, der Ausbildungsordnung sowie Erkenntnissen aus dem Kompetenzradar 2024 der Industriellenvereinigung Kärnten; fachlich begleitet durch den Bildungsexperten der Industriellenvereinigung Kärnten, Mag. (FH) Wolfgang Pucher, MA.